Sonderheft 3, März 2005
Vor genau einem Jahr war es noch eine einmalige Intervention: kolik.film #1 sollte, rechtzeitig zur Gegen-Diagonale 2004, als konzentriertes filmpublizistisches Statement zum österreichischen Kino erscheinen. Doch dann kam das Sequel: An die erste schloss sich im Herbst eine zweite Ausgabe an, diesmal mit einem geografisch erweiterten Horizont. Ein neues Jahr - und die bereits dritte Ausgabe von kolik.film ist da.

Was steht diesmal drin? Zum Beispiel wieder einiges über das Verhältnis von Politik und Film im Allgemeinen und zur Frage von Inszenierungsformen des Politischen im zeitgenössischen europäischen Kino im Speziellen. Zwei auf ihrem Gebiet sehr erfolgreiche Filme, Hans Weingartners Die fetten Jahre sind vorbei und Hubert Saupers Darwin's Nightmare, bildeten den Ausgangspunkt für Überlegungen zum Retroradikalismus und zur Frage der Darstellung der Dritten Welt.

Wes Andersons neuer Film The Life Aquatic with Steve Zissou ist uns dagegen nicht nur Anlass für ein Werkporträt des eigenwilligen US-Filmemachers, sondern auch für ein solches seines Hauptdarstellers Bill Murray, das viel mit dem zu tun hat , was uns alle betrifft: Altern in Würde. Wie man dabei produktiv aus der Rolle fallen kann, zeigt unser Glossar zur Gross-out-Comedy. Zu lesen ist das alles im Rahmen eines Dossiers zum Komischen im US-Mainstreamkino.

Wir sprechen aber nicht nur über, sondern auch gerne mit Menschen: Die Filmwissenschafter Elisabeth Büttner und Christian Dewald haben uns im Rahmen des fortgesetzten Themenschwerpunkts "Filmvermittlung" ihre Arbeit am Filmhimmel Österreich erklärt, ein zyklisches Programm zur Geschichte des österreichischen Kinos im Filmarchiv Austria. Neue heimische Produktionen haben wir hingegen für unseren Österreich-Schwerpunkt ausgewählt, darunter Filme, über die man in nächster Zeit sicher noch öfters sprechen wird.

Die Redaktion - Wien, März 2005

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