Sonderheft 8, Oktober 2007
Im vergangen April ging kolik.film ins Kino. Nicht, dass wir dergleichen nicht auch sonst tun würden. Diesmal allerdings war der Anlass feierlicher: Auf Einladung von Birgit Kohler wurde die Zeitschrift im Berliner Arsenal mit einer eigenen Filmreihe präsentiert. In sieben Programmen, die jeweils für eine Ausgabe standen und thematische und ästhetische Schwerpunkte der bisherigen Hefte rekapitulierten. Und mit wortkräftiger Unterstützung der zahlreich in Berlin ansässigen Autorinnen und Autoren.

Das Festival – und als nichts anderes empfanden wir die Zeit in Berlin – markierte auch den Schlusspunkt für die Originalbesetzung der kolik.film. Zwei von uns, Michael Pekler und Dieter Pichler, verabschieden sich mit der vorliegenden achten Ausgabe in ihrer Funktion als Redaktionsmitglieder von diesem Projekt. Schön war’s, sagen die verbliebenen wehmütig (und die scheidenden auch). Und damit die Arbeit auch weiterhin Sinn und Spaß macht, werden wir schon im aktuellen Heft durch Dietmar Schwärzler verstärkt.

Inhaltlich beschäftigen wir uns diesmal in verschiedenster Hinsicht mit dem Phänomen der Cinephilie, der Liebe zum Kino – als eine Technik der Vermittlung, die in unterschiedlichsten Medien und Zusammenhängen wirksam wird. Eine wichtige Position kommt dabei einerseits dem französischen Filmvermittler und Filmemacher Alain Bergala zu, andererseits spielt die deutsche Zeitschrift Filmkritik eine nicht unbedeutende Rolle.

Ein weiteres Dossier ist mit Gus Van Sant einem zeitgenössischen US-Regisseur gewidmet: Sein neuer Film, Paranoid Park, zählte in diesem Jahr zu den Höhepunkten in Cannes und wird demnächst im Kino zu sehen sein. Wir haben unsere Aufmerksamkeit auf Van Sants Debüt Mala Noche gerichtet, sowie auf jene Schaffensphase seit Gerry, die wieder an seine frühere Experimentierfreude und Befreitheit von äußeren Zwängen anknüpft.

Wie bisher gilt ein Schwerpunkt dem österreichischen Kino – mit ausführlichen Texten zu aktuellen Spiel- und Dokumentarfilmen. Im „Vermischten“ erwartet Sie unter anderem eine Miniatur von Peter Nau.


Unser nächstes Heft erscheint im März 2007.

Die Redaktion - Wien, Oktober 2007

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